DFS Habicht 1DFS Habicht

Die DFS (Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug) entstand unter Führung des "Wettermannes" Prof. Georgii aus den Trümmern der - vom seit 1933 im Deutschen Reich regierenden NS-Regime  -zerschlagenen RRG (Rhön-Rossitten-Geselschaft), die von Beginn der 20er Jahre an erst auf der Rhön und auch dann in Rossitten (heute Rybatschi) auf der ostpreußischen kurischen Nehrung Segelflug betrieb, Segelflugzeuge entwarf und baute und Segelflugschulen betrieb.

Der unter dem später legendären Alexander Lippisch arbeitende Hans Jacobs ging ebenfalls in die neugeschaffene DFS und wurde im Lauf der wenigen Jahre bis zum 2. Weltkrieg einer der bedeutensten Segelfluzeugkonstrukteure dieser Erde. Hier die von ihm konstruierten Segelflugzeuge (laut Wikipedia):

Hols der Teufel (1928-9)

Poppenhausen (1929)

Rhönadler (1932)

Rhönbussard (1933)

Rhönsperber (1935)

Kranich (1935)

Sperber Senior (1936)

Sperber Junior (1936)

Habicht (1936)

Seeadler (1936)

Reiher (1937)

DFS 230 (1937)

Weihe (1938)

Meise (Olympia) (1939)

DFS 331 (1942)

Kranich 3 (1952)
DFS Habicht 1

Zur Olympiade 1936 in Berlin konstruierte er, basierend auf den Vorkonstruktionen der Sperber-Familie den voll kunstflugtauglichen Sperber. Der Kunstflug mit dem Sperber begeisterte das Publikum über dem Stadium im Rahmenprogramm. wie auch andere Luftfahrtvorführungen.

Hanna Reitsch flog ihn häufig, sogar 1938 in Cleveland/Ohio bei den berühmten National Air Races der USA.

Im Kriege erlangte der Habicht noch einmal eine (traurige) Berühmtheit: Zur Vorschulung der Flieger-HJ Segelflieger und Luftwaffen-Piloten auf schnellste durch Rückstoß angetriebene Flugzeuge wie Me 163 u.v.a. wurde laufend die Spannweite des Habichts von 13,6 m zunächst auf 8 m (Habicht F), dann auf

6 m (Habicht G) gekürzt, gern "Stummelhabicht" genannt, reduziert, um ähnlich Flugeigenschaften der Einsatzflugzeuge zu simulieren. Gebaut wurden diese bei Schempp-Hirth.

Ein Habicht ist in Paris Le Bourget (ehemals geflogen von Marcel Doret bei der ersten Segelkunstflugmeisterschaft 1939) zu sehen, einer wurde durch einen Hallenzusammenbruch in Süddeutschland zerstört.

Der kürzlich verstorbene sehr rührige Josef Kurz (dem wir auch 2 Nachbauten im Museum verdanken: Klemm Kl 25 und Stahlwerk Mark (Rieseler) Mk III und der die Welt mit einem Nachbau eines Udet Flamingo und mit einer Me 163 beglückte), baute auch einen Habicht nach alten Plänen bei dem OSC auf der Wasserkuppe. Inzwischen fliegt noch ein zweiter  neuer Habicht.

Technische Daten:

Länge 6,58 m, Spannweite 13,60 m. Höhe 2,00 m, Flügelfläche 15,82m, Gleitzahl 21 bei 75 km/h (zum Vergleich: Grunau Baby 1:17, moderne CFK-Segler um 1:60 !), Rüstmasse 241 kg, max.
Startmasse 350 kg, V/min 55 km/h, V/max 250 km/h, Bruchlastvielfaches + 12/ - 9 g.

Fokker Grulich F II  s Fokker-Grulich F III, Verkehrsflugzeug (Vitrine 07)

Gleich am Ende des Weltkrieges, noch bei Fokker in Schwerin vor dem „Umzug“ nach Holland, entwarf der Konstrukteur Reinhold Platz aus dem Tragwerk der Fokker D VII durch Vergrößerung und einen größeren Rumpf das Verkehrsflugzeug V. 44 (später F. I genannt). Es konnte 6 Personen transportieren.

Eine geschlossenen Kabine gab es noch nicht, der Flugzeugführer saß oben hinter dem Motor im Freien. Daraus wurde dann die Fokker F. II entwickelt, die eine geschlossene Kabine hatte. 1920 wurde sie in die Niederlande gebracht und dort in Serie gebaut. Sie flogen in Holland, Dänemark, Belgien und Deutschland. Die Motoren kamen von BMW und Armstrong-Siddeley und sogar von Rollce-Royce.

1925/26 entstand daraus in Berlin Staaken (im vormaligen Zeppelin Werk, jetzt zum Aero-Lloyd gehörend) unter der Leitung des Ingenieurs Karl Grulich Die Fokker-Grulich F. III. Die Tragflächen stellte

Fokker Grulich F III  v

 als Zulieferer die Firma Albatros her. Es kamen BMW IV oder BMW Va zum Einbau. Es flog damit auch die frisch gegründete LUFT HANSA und die deutsch-russische Fluggesellschaft DERULUFT.

Technische Daten:

Spannweite 17,60 m, Länge 10,55 m, Höhe 3,66 m, Flügelfläche 42,00 m². Leermasse   1650 kg, Startmasse 2300 kg. Triebwerk  1 x BMW IV mit 184 kW/250 PS oder 1 x Siddeley Puma mit                   177 kW/240 PS. Die DERULUFT-Maschinen  (Moskau-Königsberg i. Pr. Und retour) hatten Rollce-Roiyce Eagle Motoren mit 265 kW/360 PS.

Höchstgeschwindigkeit 160 km/h, v/Reise  135 km/h, v/Lande 90 km/h, Reichweite 600 km (BMW Va).

 

Macchi MC-72 (Vitrine 07)

macchi mc 72 01Seit der Zeit noch vor dem ersten Weltkrieges gab es den Schneider Pokal, ein Wettbewerb für den Schnellflug von Wasserflugzeugen (für Landflugzeuge wurden es die Gordon-Bennet Wettbewerbe).

Nach dem Weltkrieg war Deutschland davon ausgeschlossen, Versailles verhinderte das. Wasser-flugzeuge deshalb, weil die immer schwerer werdenden Flugzeuge immer längere Startläufe benötigten, die gab es kostenlos auf dem Wasser.

Im Lauf der Jahre wurden die Maschinen schwerer, stärker motorisiert und von Doppel- zu Eindeckern - wegen der Widerstandsminderung. Nachdem die Briten bereits mehrfach den Pokal gewonnen hatten, entwickelte die italienische Firma Macchi – gepuscht durch das faschistische Regime des Benito Mussolini, aus ihren bisher nicht so erfolgreichen Rennflugzeugen die MC 72 das C hinter dem M steht für den Konstrukteur Mario Castoldi). Sie erhielt zahlreiche technische Neuerungen: Zwei 12-Zylinder-stehende Reihenmotoren in V-Form von FIAT, die tandemförmig im Bug eingebaut waren und gegenläufige Luftschrauben antrieben. Die Motoren wurden mittels einer großflächigen Verdampfungskühlung im Rumpf und in den Schwimmern gekühlt. Das Flugzeug war allerdings immer noch verstrebt.

Allerdings konnte die MC 72 am Schneider Pokal-Wettbewerb nicht teilnehmen, wegen technischer Probleme, der wurde dann von der britischen Supermarine S-6b gewonnen.macchi mc 72 02

 

Macchi bereitete jetzt die Maschine darauf vor, den Geschwindigkeits-Weltrekord zu brechen. Und am 10.April 1933 war es dann soweit: Francesco Agello flog mit 682,08 km/h den neuen Weltrekord. Ein anderer Pilot flog im Oktober eine geschlossene Strecke über 100 km mit 628 km/h. Und Agello schraubte den Weltrekord am 23.10.1933 schließlich noch auf 709,209 klm/h, wo er dann bis 1938 blieb, bis ein Landflugzeug, die Heinkel He 100, ihn brach.

Technische Daten:

Spannweite 9,48 m, Länge  8,23 m,  Höhe  3,29 m. Leermasse 2500 kg, Startmasse 2007 kg,

Triebwerk:  2 x FIAT A.S.6, flüssigkeitsgekühlte stehende V-12 Motoren in Tandemanordnung zu je

1030 kW/1400 PS, in Summa 2800 PS, Kraftübertragung auf 2 gegenläufige (feste) Metallpropeller.

Besatzung 1 (offenes Cockpit)

Leistung: 702, 209 km/h

Edmund Schneider Grunau (ESG) Baby 2b (Vitrine 21)

In Grunau fertigte Edmund Schneider Segelflugzeuge. Er baute z.B. für Wolf Hirth die Grunau 7, das Moazagotl, ein damaliger Hochleistungssegler mit einer Gleitzahl von 1:23 und der der sich dann verbreitenden Schneider Grunau Baby II B 2  s Form des Möwen-Knickflügels.

Hirth hielt sich häufig in Grunau auf und leitete die dortige Flugschule (eine , aber immer auch noch auf der Wasserkuppe. Das ist deswegen wichtig, weil Hirth diese Gegend für den Segelflug mit erschloss, so dass Grunau weltberühmt wurde und die Polen nach 1945 sehr pfleglich damit umgingen. Die Schneiderschen Werkstätten sind als Museum erhalten, der Platz ist aktiv und diente mehrfach Baby-Treffen.

ESG baute auch den berühmten „Schädelspalter“, die Grunau 9, einem Vorgänger des SG 38, der auch von Schneider und Co. stammte, Eine weitere Baureihe waren die ESG 31 Übungseinsitzer., aus denen das Baby 1 entwickelt wurde. Das wies bereits gute Flugeigenschaften auf, wurde aber noch weiter verbessert.

Das wurde dann das Baby 1 , zunächst ganz offen,. Aus – wie wir heute sagen würden – Marketing-Gründen bat Schneider Hirth, ihn als Mitkonstrukteur nennen zu dürfen, was der bereitwillig gestattete, obwohl er keinerlei Anteil daran hatte, Dafür entwickelte er dann später mit seinem Freund Martin Schempp in Göppingen die Gö 1 Wolf als direkte Konkurrenz zum Baby, was dem Erfolg des Baby´s aber keinerlei Schaden zufügte,

Schneider Grunau Baby II B 2  v Dieser Erfolg des Baby 2A übertraf alle Erwartungen: Es erschien zur rechten Zeit und war preiswert, einfach zu fliegen – und die Bedingungen für das Leistungsabzeichen Silber-C waren damit zu erbringen. Es kamen Rekorde und Wettbewerbssiege. Man baute es später dann mit offener, aber auch geschlossener Haube. 1933 baute Schneider jeden 3. Tag ein Baby. 33 Flugzeuge flogen 1933 bei dem Rhön-Wettbewerb schon mit.

Das hier beschriebene Baby 2 B bekam abermals Modifikationen- es wurden Sturzflugbremsen (Ober- und Unterseite gleichzeitig ausgefahren nach Schempp-Hirth)) eingebaut. Damit konnte absichtlich eine sehr wirksame Gleitwinkelsteuerung betrieben werden.

 

Der Großerfolg kam durch den massenhaften Einsatz in den Segelflugschulen des Luftsportverbandes, des späteren NSFK/Flieger-HJ zustande, aber auch durch Lizenzen im Ausland /Slingsby und EoN/UK), Nord (F) oder Zlin/CS zustande.

Man schätzt, das gute 5 Tausend Flugzeuge so produziert wurden.

Nach der Widerzulassung des Segelfluges in Westdeutschland ab 1951 erlebte auch das Baby eine Wiedergeburt durch industriellen -  und Eigenbau, in Ostdeutschland wurde es  von der GST (quasi- NSFK der DDR geflogen und in einem VEB in Serie gebaut). 

Heute werden sie als Oldtimer gepflegt und geflogen, sogar in Grunau und kürzlich sogar in Rossitten, im russischen Teil des alten Ostpreußens. Wir haben eine österreichische Variante bei uns im Original im Museum.

Technische Daten:

Spannweite  13,57 m, Länge  6,09 m, Höhe 1,35 m, Flügelfläche 13,57 m², Profil Göttingen Gö 535,

Leermasse 170 kg, Abflugmasse 250 kg.

Besatzung 1,  Höchstgeschwindigkeit 150 km/h, Schleppgeschwindigkeit 90 km/h (Flugzeug), 80 km/h (Winde)Gleitwinkel 1:17, geringstes Sinken 0,85 m/s

Heinkel He 42 (HD 42 bis 1934

heinkel he42 11929/30 entstand bei Heinkel als Nachfolgemuster des Seeflugzeuges HD 24 (z.B. mit Günter Plüschow in Argentinien) der Seeflugdoppeldecker Heinkel HD 42.

Hier muss kurz auf das Heinkelsche Bezeichnungssystem eingegangen werden: Die Eindecker bei Heinkel hießen HE - für Heinkel Eindecker, die Doppeldecker wurden HD - für Heinkel Doppeldecker - genannt, Das änderte sich mit der NS-Zeitenwende: Das neu geschaffene Reichluftfahrtministerium (RLM) ordnete eine völlig neue Nomenklatur an: Alle deutschen Flugzeugfirmen erhielte Ziffern aus einem Block, nur sie durften man benutzen . Heinkel bekam das Kürzel He. So wurde aus der HD 42 die He 42.

Dieses Flugzeug war speziell auf die Seefliegerausbildung zugeschnitten. Der erste Prototyp, HD 42a, flog 1930. Es gab reichlich Änderungen, weil die Flugeigenschaften massiv schlechter waren als bei ihrem Vorgänger HD 24: Der Rumpf musste verlängert und die V-Stellung der Tragflächen geändert werden.

 Die DVS war zunächst als Halter eingetragen. Es folgten Die neuen Ausführungen HD 42 c und D, die sich durch verbesserte Katapultfähigkeiten auszeichneten. 1933/34 wurde noch die HD 42 E gebaut mit einem stärkeren Junkers Motor. Der Typ wurde dann bald durch die modernere und sehr gute Heinkel He 60 abgelöst. Doch noch 1944 waren an den Flugschulen vereinzelte Exemplare He 42 anzutreffen.

Technische Daten:

Spannweite oben 14 m, unten 13 m. Länge 10,70 m, Höhe 4,30 m. Schwimmerspur 3,20 m. Gesamttragflächen 56 m²m Trockenmasse 1790 kg, Abflugmasse 2285 kg,heinkel he42 2

Triebwerk  1 x BMW Va, 6 Zyl-flüssigkeitsgekühlter stehender Reihenmotor mit 280 kW/380 PS oder Junkers Jumo L5 gleicher Bauausführung mit220 kW/300 PS.

Besatzung 2. Höchstgeschwindigkeit (BMW) 190 km/h bzw, 182 km/h (Jumo), v/Reise  um 160 km/h. Reichweite um 1050 km

Ausgestellt in der Vitrine 06.

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