Junkers J 9, militärische Bezeichnung D.1

Während des ersten Weltkrieges waren die Produkte der Junkers-Flugzeugwerke nicht gut angesehen bei der IDFLIEG (Inspektion Der Fliegertruppe) und bei der Fliegertruppe, zu sehr war man auf den konventionellen drahtverspannten Holz-Tuch Doppeldecker fixiert. Der Entwicklungssprung zum unverspannten freitragenden Tiefdecker war einfach wohl noch zu groß und zu früh. Wir wissen heute, das diese Ansicht falsch war.

Von Seiten der IDFLIEG  wurde Junkers gedrängt, mit der Firma Fokker in Schwerin zu kooperieren. Und der der umtriebige Anthony Fokker soll danach alles daran gesetzt haben, die Flugzeuge mit der Junkers-Handschrift nach oben "madig" zu machen. Beschämt sei der, der dabei Böses denkt, denn Fokker war ja voll im Geschäft und hatte Praktiken, an Aufträge zu kommen, die im alten Preußen eigentlich zu einem Aufschrei hätten führen müssen. Diese Verbindung wurde im Frühjahr 1919 wieder gelöst.

Kurzum, Junkers hatte keinen leichten Stand, dafür aber vorausschauende Technik. Die J 9 wurde 1918 bei der (neuen) Junkers-Fokker AG aus dem 1917 bei der "alten" Junkers AG entworfenen Versuchsmaschine J 7 entwickelt.j9 5

So ähnlich sahen dann später die die Doppeldecker ablösenden neuen ver-spannungsfreien Eindecker der 30er Jahre aus!j9 5

Es war eine freitragende Ganzmetallkon-struktion aus Aluminium mit einem Rahmen aus Alu-Rohren und einer Alu-         Oben Junkers J7, unten J9 = D.1                                     Wellblech-Beplankung, die noch nicht mittragend war. Sie hatte konventionelle Querruder, dito das Höhenruder, das Seitenruder  war ein Pendelruder, d.h., es war einteilig und besaß keine Dämpfungsfläche.

Sie wurde mit entweder einem wasser-gekühlten 6 Zylinder Daimler-Mercedes Motor mit 136 kW/180Ps oder mit dem neuen entsprechenden, aber aufgela-denen BMW  IIIa Motor mit 137 kW/185 geliefert. Sie nahm an den Konkur-renzfliegen der IDFLIEG 1918 teil und war mit einer Marschgeschwindigkeit von rund 200 km/h sehr schnell. Die damaligen bekannten Flieger des JG 1 Göring und Lörzer wollten mit ihr aber nur eine Fesselballon-Bekämpfung durchgeführt wissen.. Die BMW´s sollen die Höchstgeschwindigkeit sogar auf 240 km/h gebracht haben.

Insgesamt sollen mit Prototypen 41 Maschinen gebaut worden sein. Sie wurden eingesetzt in kleinerer Zahl einmal noch bis zum Waffenstillstand in Flandern und danach in Kurland gegen bolschewistische Truppen in Zusammenarbeit mit deutschen Freikorps, die dort gegen die Bolschewiken kämpften. Es sollen sehr zuverlässige Maschnen gewesen sein.

                     

In der Rückschau ist aber wohl nicht die Militärkarriere wichtig gewesen, sondern der Typ als tatsächlicher Vorläufer des 1918/19 entwickelten ersten reinen Verkehrsflugzeuges, der Junkers F 13. Wir sagen heute nach 100 Jahren, sie sei die Mutter der Verkehrsflugzeuge gewesen, und damit ist die J9/D.1 deren (technische) Großmutter. ! Exemplar hat die Zeiten überlebt und ist in dem wunderbaren Luftfahrtmuseum in Le Bourget zu bewundern. Und dann 

gibt es noch ein 1:1 Modell von Herrn Pflumm für das Luftwaffenmuseum in Gatow, das man aber aus kaum nachzuvollziehenden Gründen nach Rechlin abgegeben hat.

Wir haben 3 Modelle davon im Museum, einmal in 1:72 in den Modellbauvitrinen der Halle 1 und zwei weitere im M:48 in unserer Schnellflugausstellung, wo man die Verbindung zu den späteren Junkerstypen F 13, W 33 und Ju 52 gut besehen kann.

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Junkers J.9/D.1 in 1:72 mit F 13 in der Halle 1

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Die D.I / J9 im Maßstab 1:48 in 2 ver-schiedenen Vitrinen der Halle 2 in der Schnellflugaus-stellung und unten zusammen mit F 13 und W 33 ebenfalls im M 1:48.

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