Opel-Sander RAK.1

Der deutsche Autobauer Fritz von Opel war an technischen Neuerungen sehr interessiert, So finanzierte er Ende der 20er Jahre mehrere Projekte von Fahr- und Flugzeugen mit Raketenantrieb (ob die Finanzierung dieser Dinge dann zum Verkauf der Firma an den US-Konzern GM führten, oder es "nur" die Weltwirtschaftskrise 1929 war, ist nicht bekannt geworden).

In der Luftfahrt wandte sich v. Opel zunächst an die Rhön-Rossitten-Gesellschaft (RRG) auf der Wasserkuppe, wo Alexander Lippisch ("der mit der Me 163" und wunderbaren Segelflugzeugen) ein Entenflugzeug (Leitwerk vorn, Fläche hinten) konstruiert hatte, eben die Lippisch Ente.

Opel finanzierte an dieser Maschine Versuche mit Raketentriebwerken als Antrieb 1928.

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Lippisch Ente im Fluge (Zigarettenbilder)

Es gab allerlei unerwartete Schwierigkei-ten, und schließlich brannte die Maschi-ne im Fluge, aber ihr Pilot, Fritz Stamer (Schwager von Lippisch) konnte noch landen, bevor die Maschine vollständig verbrannte (ein wundervolles Replikat befindet sich heute im deutschen Segel-flugmuseum auf der Wasserkuppe.

Opel gab nicht auf und gewann  den Konstrukteur Julius Hatry für das Projekt. Der verkaufte Ihm ein fast fertiges Segelflugzeug, die RAK.1, um damit die Raketenstarts fort zu führen, und bereitete es für Raketenstarts vor. Im Herbst 1929 flog Hatry mit Gummiseilstart und Raketenhilfe 1400 m weit. Die Raketen lieferte der Raketenpionier Wilhelm Sander, daher Opel-Sander. Sie lieferte 350 kg Schub. Hatry wurde als Konstrukteur von v. Opel unterschlagen.

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Opel-Sander RAK.1 beim Start  (Internet)

Am 30. September 1929 startete Fritz von Opel selbst auf dem damaligen Frankfurter Flughafen Rebstock zum dritten Mal vor vielen Zuschauern und Presseleuten, nachdem die ersten beiden Versuche nicht geglückt waren. Er kam etwa 20 m hoch, flog 2 km weit in 80 Sekunden und erreichte eine Geschwindigkeit von etwa 100 km/h. Nach Ausfall der Triebwerke kam es bei der abrupten Landung zu Schäden an der Maschine, sie wurde nicht wieder repariert. Opel blieb gesund.

Es war ein Segelflugzeug in Schulterdecker-Bauweise und hatte ein doppeltes Seitenleitwerk, die an den Außenkanten des Höhenleitwerkes befestigt waren (wie z.B. bei den späteren Dornier Do 17).  Das Leitwerk war mit einer Lattenkonstruktion an der Hinterkante des Tragflügels und unten am Rumpf befestigt, so dass die 16 Startraketen mit ihrem Abgasstrahl keine Angriffsflächen hatten.

Technische Daten: Ließen sich nicht eruieren!

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