Geschenktipp für Weihnachten 2025
Michael Bélafi / ZEPPELIN NT - Entwicklung - Technik - Einsatz
Ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft – es gibt viele Wege, sich im jeweiligen Medium fortzubewegen.
Als Flieger-Fans ist unser Element natürlich die Atmosphäre – der Luftraum. In den vergangenen 300 Jahren hat sich der Mensch hier buchstäblich Bewegungsfreiheit erobert: zuerst durch die Ballonfahrt (Gebrüder Montgolfier, 1783) mit der Technik „leichter als Luft“, später durch Pioniere wie Lilienthal und die Gebrüder Wright (und viele andere), deren Geräte „schwerer als Luft“ waren.
Dazwischen steht das „Luftschiff“ – bei uns vor allem bekannt unter dem Namen ZEPPELIN. Warum? Weil Graf Zeppelin die Idee hatte, auf Basis des Hebeprinzips „leichter als Luft“ ein steuerbares, starres Luftschiff zu entwickeln. Das gelang ihm zu einer Zeit, als die „schwerer als Luft“-Fliegerei noch in den Kinderschuhen steckte.
Warum ich so weit aushole?
Ich bin beim ZEPPELIN NT gelandet – so heißt das Buch, das ich mit meinem „Buchpilotenschein“ erflogen habe. Und darüber schreibe ich gerne, denn:
- NT steht für Neue Technologie. Der Inhalt spiegelt eine moderne Form der Luftschifffahrt wider.
- Der Autor Michael Belafi ist durch sein 2021 erschienenes Buch Die Hindenburg – Höhepunkt und tragisches Ende der Zeppeline bereits vielen Leserinnen und Lesern bekannt.
- Das letzte Kapitel des Werks ist ein ausgesprochen gelungenes Beispiel für Luftschiff-Reisen und Tourismusmarketing.
Das Format von 315 x 245 mm (B x H) ist gut gewählt – das zeigt schon das Coverbild mit einem der drei Wingfoot-NT-Zeppeline, die in den USA für Goodyear fliegen.
Der Umfang von 175 Seiten verspricht eine angenehm bekömmliche Lesezeit.
Die Gestaltung ist modern, die Vorsatzblätter sogar sympathisch verspielt, und der Inhalt ist klar strukturiert.
Nach einem geschichtlichen Rückblick, der weit über die montgolfiersche Epochentat hinausgeht, kommen wir rasch zu dem Mann, der den starren Luftschiffen seinen Namen gab: Graf Zeppelin.
Interessant: Das Kapitel endet nicht mit dem katastrophalen hindenburgschen Feuerball, sondern stellt auf drei spannenden Seiten noch das Projekt Cargolifter und – absolut aktuell – die US-Entwicklung Pathfinder 1 vor.
Ab Seite 32 geht es dann wirklich los mit dem ZEPPELIN NT: von der Idee über das Konzept bis zum Demonstrator-Modell – Schritt eins. Konstruktion und Aufbau des Prototyps folgen als nächster Schritt. Die dabei gemachten Erfahrungen und Schwierigkeiten werden meiner Meinung nach eher am Rande erwähnt. Doch das Ergebnis zählt – und das kann sich sehen lassen!
Das Luftschiffkonzept wird anschaulich beschrieben und mit hervorragendem Bildmaterial illustriert.
Im Kapitel „Die Friedrichshafener Zeppeline“ werden alle gebauten Luftschiffe im Bild und mit ihrer jeweiligen Geschichte vorgestellt – spannend, manchmal tragisch, oft erfolgreich und abenteuerlich. Danach folgt die Präsentation des Zeppelins als fliegendes High-Tech-Labor – ebenfalls sehr interessant.
All das hat mich beeindruckt.
Das letzte Kapitel aber – die Bild-Impressionen eines Bodenseeflugs – das hat mich absolut begeistert! Ich bin quasi mitgeflogen: von Friedrichshafen über Langenargen, Wasserburg und Lindau nach Bregenz, über das Rheindelta nach Konstanz, vorbei an der Insel Mainau, weiter nach Reichenau, über den Schaffhausener Rheinfall und zurück über Überlingen, Unteruhldingen, Meersburg und Hagnau – zurück nach Hause: Friedrichshafen.
Einmalig! Das kann man nur im Zeppelin NT erleben.
Und das letzte Bild – eine Doppelseite mit dem Luftschiff unter dem nächtlichen Firmament – ist schlicht ein Traum!
„Only the walk on the moon was nicer“, meinte David Scott, Kommandant von Apollo 15, nach seinem hier beschriebenen Rundflug mit dem Zeppelin NT.
Dem ist nichts hinzuzufügen!
buchpilot24
Wer einen Blick ins Buch tun will schaut hier:.
Wer weitere Infos über den ZEPPELIN NT haben möchte schaut hier.
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