Modell des Monats August 2026
Solide Eleganz:
Die Hawker A.W. Sea Hawk
Vom Original zum Modell
Ein eigenständiger Teil der Sammlungen des Luftfahrtmuseums Hannover-Laatzen sind die mehr als 1.000 Maßstabsmodelle, vornehmlich der internationalen Standards 1/72, 1/48 und 1/32.
Solche originalgetreuen Miniaturen ermöglichen Betrachtern musealer Technikgeschichte den „Überblick“, nicht allein auf das einzelne Exponat (mitunter sogar als einzige Möglichkeit der realen dreidimensionalen Ansicht, wenn es kein erhaltenes Original mehr gibt), sondern auch auf Entwicklungslinien des Flugzeugbaus durch hier mögliche Reihung und Gegenüberstellung. Ihre kunsthandwerkliche Qualität allein ist ein Schauvergnügen.
Heute stellen wir Ihnen in unserer Rubrik ´Modell des Monats´ das britische Marinekampfflugzeug Hawker A.W. Sea Hawk von 1948 vor. Neben dem Fleet Air Arm setzten auch die Marineflieger der Bundeswehr den bis 1960 in 548 Exemplaren gebauten Mitteldecker ein.
Das Modell
Aus dem großen Fundus des Museums an historischen Bausätzen wurde dieses Airfix-Modell von 1959 in der Auflage von 1991 (verbesserte Decals) gebaut. 34 Teile plus Schiebebildersatz für eine britische und deutsche Version zeigten eine für ihre Zeit hohe Passgenauigkeit und durchdachte Modellkonstruktion. Beachtlich bleibt die Stärke der Einzelteile; die Fahrwerksklappen beispielsweise wären heute kaum ein Drittel so dick – und damit im korrekten Maß. Aber das war der technische Stand des PVC-Spritzgusses vor 65 Jahren und tut der Freude am Kit keinen Abbruch – im Gegenteil, bietet dies doch eine doppelte Historie: neben jener des Originals auch die des Miniaturmodellbaus.
Das Original
Die Sea Hawk, Hawkers erster Jet und ebenso erstes Marinekampfflugzeug mit Düsenantrieb, löste die kolbenmotorgetriebene Hawker Sea Fury auf den Flugzeugträgern der Royal Navy ab. Robust und konventionell um das RR Nene 101 (später leistungsstärkeres 103) Radialtriebwerk herum konstruiert, ging der zweckmäßige wie saubere Entwurf auf das Jahr 1947 zurück. 1948 flog der Prototyp der Marineversion, 1953 kam der Typ in den Truppendienst.
Die ungepfeilten Tragflächen des Ganzmetall-Mitteldeckers mit Dreipunktfahrwerk waren fürs Trägerhandling faltbar, die Lufteinlässe zum zentral im Rumpf untergebrachten Triebwerk wie der gegabelte Austritt lagen in den Flächenwurzeln. Unter dem Kreuzleitwerk befand sich der Fanghaken für Trägerlandungen. Das erhöhte Cockpit im Bug bot eine gute Sicht, die Bewaffnung mit vier 20mm MK und Außenlasten an vier Aufhängungen der Tragflächen war 1953 ´state of the art´.
Nach den ersten 35 bei Hawker gebauten Exemplaren übernahm das Schwesterunternehmen Armstrong-Whitworth (A.W.) in Coventry die Serienfertigung, welche bis 1960 insgesamt 548 Maschinen umfasste. Neben dem Fleet Air Arm als Hauptnutzer flog die indische und die niederländische Marine den Typ. Und auch die deutsche Bundesmarine betrieb von 1957 bis Mitte der 1960er Jahre insgesamt 68 Sea Hawks als ihren ersten Kampfjet, der sukzessive von der F-104 G Starfighter abgelöst wurde.
Im Suez-Konflikt 1956 (FAA) und noch im indisch-pakistanischen Krieg 1971 (Indische Marine) flogen Sea Hawks Kampfeinsätze als Jäger, Jagdaufklärer und Jagdbomber.
In der Royal Navy bereits ab 1957 von der Supermarine Scimitar ersetzt, wurden die letzten indischen Sea Hawks erst 1983 außer Dienst gestellt. In allen Einsatzarten bewährt, begrenzte die rasante technische Entwicklung der Luftfahrt dagegen die aktive Laufbahn der Sea Hawk in den europäischen Ländern auf kaum zehn Jahre…
Datenblatt der A.W. Sea Hawk FGA Mk 6
Einstrahliges einsitziges Marinekampfflugzeug. Länge 12,09 m, Spannweite 11,89 m (4,04 m bei gefalteten Flügeln), Startgewicht 7.350 kg, Reichweite max. 1.100 km, Antrieb 1 x Rolls Royce Nene 103 mit 2.449 kp Standschub, Höchstgeschwindigkeit 958 km/h, Bewaffnung 4 x Mk (20 mm), Außenlasten an vier Trägern unter den Tragflächen.
Hereinspaziert!
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sb
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