DAS JUBILÄUM
Nur noch neun Monate trennen uns von einem Jubiläum, das den Menschen vor 100 Jahren vermutlich ähnlich spektakulär vorgekommen sein muss wie uns die Mondlandung 1969, die viele von uns live miterlebt haben:
Der erste Nonstop-Flug von New York nach Paris.
Ohne Zwischenlandung. Ohne Möglichkeit zum Auftanken. Einmal über den Atlantik – „in einem Rutsch“.
Als Charles Lindbergh am 20./21. Mai 1927 mit seiner Spirit of St. Louis in Paris landete, war das weit mehr als eine herausragende fliegerische Leistung. Dieser Flug wurde zu einem phänomenalen Zeichen für den technischen Fortschritt und veränderte die Einstellung der Gesellschaft zum Fliegen, zum Flugzeug und zum Reisen.
Plötzlich schien „Grenzenlosigkeit“ möglich.
Ein Ozean, der bis dahin eine gewaltige natürliche Grenze zwischen den Kontinenten gewesen war, konnte von einem Menschen mit einem Motorflugzeug überwunden werden. Europa und Amerika rückten auf einmal ein großes Stück näher zusammen.
Das Luftfahrtmuseum Hannover-Laatzen – Sammlung Günter Leonhardt möchte diesen epochalen Moment und seine Vorgeschichte im Jahr 2027 mit einem eigenen THEMENJAHR näherbringen. Wir wollen die Luftfahrtgeschichte der „wilden 20er Jahre“ erlebbar machen und dabei einer Kultur Raum geben, die damals die Menschen beseelt hat und uns heute oft sehnsuchtsvoll in Geschichten, in Filmen und digitaler Animation schwelgen läßt. Unser Motto:
WETTFLUG ÜBER DEN ATLANTIK
Charles Lindbergh war keineswegs der Erste, der davon träumte, den Atlantik mit einem Flugzeug zu überqueren. Unsere Geschichte beginnt bereits 1919 mit einem Preis von 25.000 Dollar.
Der Orteig-Preis
1919 - Auslobung
Raymond Orteig, erfolgreicher Hotelier in New York, stiftet die 25.000 Dollar (was dem heutigen Wert von rund 450.000 US$ entspricht) für den ersten Nonstopflug New York–Paris oder Paris–New York. Zu diesem Zeitpunkt ist die geforderte Strecke von etwa 5.800 km praktisch außerhalb der Möglichkeiten der damaligen Flugzeuge.
1919 - 1924 „Der Preis steht da, aber niemand greift ihn an“
Das ist eigentlich der interessante Befund. Obwohl Alcock und Whitten Brown 1919 den Atlantik nonstop überqueren, ist New York-Paris eine ganz andere Größenordnung. Bis zum Ablauf der ersten Frist 1924 findet sich kein konkreter Orteig-Versuch.
1924/25 - Die Situation kippt
Orteig verlängert das Angebot um weitere fünf Jahre. Und inzwischen hat sich die Flugzeugtechnik so entwickelt, dass die Strecke nicht mehr als reine Utopie erscheint. Damit beginnt das eigentliche Rennen.
1925 - erste konkrete Projekte
Jetzt tauchen tatsächlich Leute auf, die sich ernsthaft mit der Aufgabe beschäftigen. Besonders interessant ist François Coli, der bereits seit 1923 einen Transatlantikflug plante und sich ab 1925 zusammen mit Paul Tarascon konkret für den Orteig-Preis interessierte. Das Projekt entwickelte sich allerdings erst 1926 weiter.
März 1926 - René Fonck
Der Ex-Jagdflieger-Held (75 Abschüsse im 1. Weltkrieg) kündigt seinen New-York - Paris-Flug öffentlich an. Er will mit der großen Sikorsky S-35 antreten. Damit wird aus der Idee endgültig ein konkretes Projekt.
Bis hierher wollen wir in unserer Betrachtung der Zeit vor 100 Jahren zunächst gehen. Aber noch in diesem Monat gibt es den ersten Versuch, den Rekordflug durchzuführen.
Am 21.9.2026 gibt es dazu hier unsere Reportage!





